Lechweg mit Hund & Kind: Erfahrungen, Etappen & Unterkünfte
Lechweg mit Hund & Kind: Erfahrungen, Etappen & Unterkünfte

Lechweg mit Hund & Kind: Erfahrungen, Etappen & Unterkünfte

Der letzte Wildfluss Europas – welch Verheißung! Ich war sofort Feuer und Flamme, als ich diese Überschrift das erste Mal las. Der Lechweg verspricht auf den ersten Blick genau das, was wir suchen: Abenteuer, unberührte Landschaft und echtes Naturerlebnis.

Schon lange war es einer meiner ungelebten Wanderträume, einen Weitwanderweg zu gehen – und zwar als Familie. Mittlerweile ist die Motte neun Jahre alt, wandert mich bergauf locker in die Tasche und auch unsere Fellnase ist immer bereit für spannende Touren. Warum es also nicht endlich wagen?

Nachdem ich viele Wege in den Alpen verglichen habe, blieb ich am Lechweg hängen. Er ist die perfekte „Familiengenusswanderung“: Spektakuläre Gipfelpanoramen, aber ohne die extreme Anstrengung, die ein Kind frustrieren könnte. Er war genau das Puzzleteil, das in unsere Urlaubsplanung passte.

Lesetipp

Der Lechweg war unser Startschuss ins Weitwandern. Falls du dich fragst, wie du so eine Tour mit der ganzen Familie planst, schau dir unbedingt meinen Guide zum Weitwandern in 5 Schritten an!

Die Planung unserer Weitwanderung auf dem Lechweg

Etappenplanung am Lechweg

Flexibilität ist alles: Bus & Logistik am Lechweg

Der Lechweg macht es Familien besonders einfach. Die Infrastruktur ist hervorragend: Es gibt 16 Wegabschnitte, die man flexibel zu 7, 8 oder 11 Tagen kombinieren kann.

Gepäcktransport: Wer ohne schweren Rucksack wandern will, findet am Weg zahlreiche Möglichkeiten.

Der „Notfall-Joker“: Die Buslinien sind perfekt auf den Wanderweg abgestimmt. Wenn die Puste bei Kind oder Hund mal ausging, konnten wir problemlos zum nächsten Ziel abkürzen.

Unser Konzept: Drei Standorte statt täglichem Umzug

Anstatt jeden Tag die Koffer zu packen, haben wir uns für drei feste Standorte entschieden. Das gab der Motte und unserer Fellnase mehr Stabilität und uns mehr Ruhezeit.

Hier haben wir uns pudelwohl gefühlt:

Blick auf den Lechweg

Haus Wiesengrund in Warth: Bei Elisabeth haben wir die ersten 3 Nächte in einer kleinen etwas in die Jahre gekommenen Ferienwohnung verbracht. Dafür wurden wir morgens mit einem ordentlichen Frühstück verwöhnt und haben einen grandiosen Blick auf den Lechweg sowie die absolute Ruhe genossen.

Wanderhotel Grüner Baum in Bach: Unsere 2. Station. Ein Hotel mit zwecksmäßigen Zimmern und einer hervorragenden Küche. Wir haben Halbpension gebucht und es sehr genossen! Beim 4-Gänge Menü nach den anstrengenden Wandertagen ließen wir es uns im Biergarten richtig gut gehen. Die Lage zur Bushaltestelle ist perfekt und nebenan gibt es einen kleinen Supermarkt für das Wanderproviant.

Essen im Wanderhotel Grüner Baum in Bach
Ferienwohnung in Reutte

Ferienwohnung „Über den Dächern von Reutte“: Bei der lieben Sabine waren wir schon das 2. Mal und auch dieses mal waren wir wieder begeistert von der tollen Wohnung mit Top-Lage in Reutte. Bahnhof, Spielplatz und Gastronomie – alles direkt vor der Haustür. Unsere klare Empfehlung!!!

Die Etappen auf dem Lechweg

Die Theorie: Unsere Etappen-Planung

Wir haben die klassische 8-Etappen-Variante für uns angepasst, um die Kilometer gleichmäßiger zu verteilen. 20 km am Stück waren uns für den Einstieg zu viel.

EtappekmHM bergaufHM bergabGehzeit in hvon – nach
114,5985185Formarinsee – Lech
213,74814046Lech – Lechleiten
3172076306,5Lechleiten – Holzgau Café Waldrast
416,74415136Holzgau Café Waldrast – Grießau Brücke
513,52853285Grießau Brücke – Vorderhornbach
615,5981994Vorderhornbach – Weißenbach
7193594196,5Weißenbach – Pflach
8154945335,5Pflach – Füssen

Und so kam es wirklich… (Die Realität)

John Lennon sagte mal: „Leben ist das, was passiert, während du andere Pläne machst.“ Regen, Hitze oder die Tagesform haben unsere Planung unterwegs ordentlich durchgeschüttelt.

Klick dich hier direkt in unsere Reiseberichte und lass dich inspirieren:
  1. Etappe: Formarinsee – Lech am Arlberg ca. 15km
  2. Etappe: Lech am Arlberg – Lechleiten ca. 14,6km
  3. Etappe: Lechleiten – Café Waldrast Holzgau ca. 17,7km
  4. Etappe: Café Waldrast Holzgau – Brücke Grießau ca. 17,5km
  5. Etappe: Brücke Grießau – Stanzach ca. 16,5km
  6. Etappe: Stanzach – Höfen ca. 22km
  7. Etappe: Höfen – Pflach ca. 11,5km
  8. Etappe: Pflach – Füssen ca. 16,1km

Lesetipp

Wenn dich das Weitwanderfieber gepackt hat, 8 Etappen aber doch ein bisschen viel erscheinen, dann schau dir doch mal unseren Bericht zum Iseltrail an – in nur 5 Tage geht es von der Mümdung der Isel zum Gletscher.

Die Infrastruktur am Lechweg

Die Logistik: So kommt ihr von A nach B

Da wir mit festen Unterkünften gewandert sind, haben wir das Busnetz ausgiebig getestet – und es ist hervorragend auf den Lechweg abgestimmt.

  • Der Startpunkt: Zum Formarinsee fährt ein Wanderbus (ca. 22 € p.P., Kinder & Hunde oft frei). Tipp: Die Lech Card lohnt sich nur, wenn ihr auch Bergbahnen nutzt.
  • Kostenlos fahren: Ab Etappe 2 nutzt ihr die Linie 110. Mit den Gästekarten eurer Unterkünfte fahrt ihr hier meist komplett kostenlos.
  • Digitaler Helfer: Installiert euch die App „VVT Smart Ride“. Sie zeigt Abfahrten in Echtzeit und navigiert euch zur nächsten Haltestelle – das hat uns viel Wartezeit erspart.
  • Wichtig für Fellnasen: In allen öffentlichen Verkehrsmitteln in Österreich herrscht Maulkorbpflicht.
Und unterwegs so? Verpflegung am Lechweg

Wie treue Leser wissen: „Ich wandere nur für den Kaiserschmarrn!“ Zum Glück kein Problem am Lechweg, denn die Verpflegung ist zum Glück kinderleicht. Da der Weg immer wieder Ortschaften streift, findet ihr fast auf jeder Etappe eine Einkehrmöglichkeit oder zumindest eine Einkaufsmöglichkeit.

Proviant-Tipp: Packt trotzdem immer genug Wasser und einen Snack ein. Es gibt so traumhafte Picknickplätze am Wasser, an denen man einfach verweilen muss.

Hütten-Check: Fast überall gibt es die obligatorische Schorle und Kaiserschmarrn – nur auf der letzten Etappe solltet ihr unbedingt vorsorgen.


Die Belohnung – die Wanderurkunde

Wanderurkunde Lechweg

Seit diesem Jahr (2023) hat man die Möglichkeit auf dem Lechweg Wanderpunkte zu sammeln und eine Wanderurkunde zu bekommen. Das Ganze funktioniert digital mit der App SummitLynx. Mit der App loggts du dich an bestimmten vorgegebenen Punkten ein und bekommst dafür Punkte. Wird ein bestimmter Punktwert erreicht, erhältst du automatisch eine Wanderurkunde, die du selbst ausdrucken kannst. Beim Lechweg gibt es vier Urkunden zu holen…von Bronze, zu Silber und Gold und für den kompletten Weg Platin. Prinzipiell finde ich die Idee super. Der Haken an der Sache ist, dass du dich bei jedem der vorgegeben Punkte einloggen musst. Dazu musst du aber auch wissen wo genau diese Punkte sind. Mich hat diese ewige Checken, ob ein Checkin-Punkt in der Nähe ist oder nicht hat am Ende ganz schön genervt. Aber wir hatten der Motte halt eine Urkunde versprochen, also haben wir durchgehalten.

Und tadaaa, da ist sie, die Platinurkunde – am Ende ist es schon toll eine kleine Erinnerung in Händen zu halten.

Mittlerweile setzen ziemlich viele Wanderregionen auf diesen digitalen Wanderpass. Hier erfährst du mehr zu SummitLynx

Glückstaumel-Momente – meine Highlights am Lechweg

Eigentlich war ich fast die ganze Zeit im Glücktaumel, allein weil ich auf dem Lechweg wandern durfte. Aber einige Momente haben sich ganz tief in mein Wanderherz eingebrannt und dort einen Platz für immer beansprucht. Hier kommen meine persönlichen Glücktaumel-Momente:

  • Der Startpunkt am Formarinsee: zu wissen es geht wirklich los, Euphorie pur!
  • Holzgauer Hängebrücke: wir haben auf dem eindrucksvollen Bauwerke ein kleines lustiges Fotoshooting veranstaltet und hatten jede Menge Spaß.
  • Kaiserschmarrn im Gasthof Stern: genau das was mein hungriger Magen brauchte und im Biergarten konnten wir wunderbar Kraft tanken.
  • Simms Wasserfälle: beeindruckend, da man den Wasserfall quasi erst von unten und dann von hinten oben (oder so) sehen kann.
  • Der breite Wildfluss mit Schotterbänken und Nebenarmen auf der Etappe 6. Eine Kulisse wie in Kanada!
  • Vogelbeobachtungsturm Pflach: Pantanal in Brasilien oder Österreich? Die üppige Vegetation und die Wasserlandschaft versetzt einen gedanklich sofort an ferne Orte.
  • Hunderte Alpensalamander beim Regen beobachten – ein tierisches Highlight.
  • Lechfall in Füssen: der Endpunkt der Wanderung – emotionaler Gänsehautmoment!
Meine Glückstaumel-Momente am Lechweg
Meine Glückstaumel-Momente

Fazit – oder würde ich es wieder tun?

JA! JA! Und nochmals JA! Der Lechweg war für mich der perfekte Einstieg ins Weitwandern. Es ist eines der intensivsten Draußen-Erlebnisse, die ich bisher erleben durfte. Sich über mehrere Tage nur mit sich selbst, der Familie und dem Weg auseinanderzusetzen, entschleunigt ungemein. Es zeigt dir deine Grenzen, lässt dich über dich hinauswachsen und macht am Ende einfach unendlich glücklich.

Spätestens am Lechfall in Füssen, mit dem Tosen des Wassers in den Ohren und dem Stolz im Herzen, war klar: Das war erst der Anfang. Wir sind dem Weitwandern verfallen! Ich freue mich heute schon riesig auf den nächsten Sommer und unser nächstes großes Abenteuer auf Schusters Rappen.

Am Hohen Knochen

Pssst…Du hast noch nicht genug?

Dann kommt hier meine Leseempfehlung für Dich:

Zu vielen Weitwanderwegen gibt es ein Netz aus Rundwegen, die die Schönheit der Wanderregion widerspiegeln und Lust auf mehr machen sollen. Im Sauerland gibt es zum Beispiel zusätzlich zum Rothaarsteig die Rothaarsteigspuren. Eine dieser Spuren haben wir als Vorbereitung für den Lechweg getestet, denn auch im Mittelgebirge gibt es schmale Pfade, wilde Natur und atemberaubende Fernsichten. Neugierig auf die Rothaarsteigspur Kahler Asten Steig? Dann lass dich von uns entführen.

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5 Kommentare

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