Der Einstieg: Von der Sehnsucht und der Durststrecke dazwischen
Vielleicht kennst du dieses Gefühl: Du planst monatelang den lang ersehnten Wanderurlaub oder eine Fernwanderung. Die Vorfreude ist riesig. Und dann? Sind die zwei Wochen auf dem Trail wie im Flug vorbei. Du kehrst zurück, der Alltag hat dich wieder, und vor dir liegt eine lange, zähe Durststrecke bis zum nächsten großen Abenteuer.
Früher habe ich mich in diesen Phasen oft rastlos gefühlt. Die Sehnsucht nach der Natur war da, aber die Zeit für die nächste große Tour fehlte einfach.
Irgendwann habe ich mich gefragt: Muss ich wirklich erst stundenlang im Auto sitzen oder wochenlang Urlaub nehmen, um dieses tiefe Gefühl von Freiheit und Naturverbundenheit zu spüren? Die Antwort lag direkt vor meiner Haustür. Genau genommen hinter der Terrassentür. Ich habe gelernt, die lange Durststrecke im Kleinen zu überwinden. Und genau deshalb gibt es ab heute eine neue Kategorie auf dem Blog: Das Basecamp – mein kleiner Garten.
Das Dilemma der Outdoor-Enthusiasten: Genießen vs. Zurückgeben
Wir Wanderer lieben die unberührte Natur. Wir geraten ins Schwärmen, wenn am Wegesrand die Wildblumen blühen, bunte Schmetterlinge vorbeifliegen und der Wald vor Leben summt. Genau diese lebendige Vielfalt ist es, die uns da draußen so begeistert und erdet.
Doch die Realität holt uns oft schmerzhaft ein. Es ist wissenschaftlich bewiesen: Die Artenvielfalt nimmt dramatisch ab. Monokulturen, Betonwüsten und das Insektensterben sind keine Schreckensgespenster der Zukunft – sie passieren jetzt.
Und da entstand bei mir ein tiefes Bedürfnis: Ich möchte der Natur etwas zurückgeben. Es fühlt sich irgendwann nicht mehr richtig an, die Natur auf Wanderungen nur zu „konsumieren“, die Kamera mit schönen Bildern zu füllen und sich dann zu Hause im sterilen Schottergarten oder auf dem perfekt getrimmten Rasen zu verschanzen. Wenn wir das, was wir unterwegs bewundern, auch in Zukunft noch erleben wollen, müssen wir im Kleinen anfangen, es zu schützen.
Was ist das „Basecamp“? (Die Brücke zum Alltag)
Im Bergsport ist das Basecamp der Ort, an den man nach einer Expedition immer wieder zurückkehrt, um Kraft zu tanken und sich auf das Nächste vorzubereiten. Für mich ist mein eigener Garten zu diesem Basecamp geworden – aber vor allem ist es mein persönlicher Beitrag zum Naturschutz.
Hier entsteht mein Labor für Artenvielfalt. Im Basecamp nehme ich dich ab jetzt mit hinter die Kulissen meines digitalen Garten-Tagebuchs. Hier geht es nicht um den perfekten, englischen Rasen. Im Gegenteil: Hier geht es darum, wie wir der Natur ein Stück Lebensraum zurückgeben, den wir ihr als Menschen genommen haben.
Worauf du dich freuen kannst
Ich möchte dir zeigen, dass man kein Biologiestudium braucht, um eine Arche Noah für die Tierwelt zu erschaffen. Im Basecamp erfährst du zukünftig:
- Wie mein Insektengarten wächst: Von den ersten Rückschlägen bis zum Summen und Brummen im Sommer.
- Naturschutz im Kleinen: Wie wir mit wilden Ecken und den richtigen heimischen Pflanzen echten Lebensraum für Bienen, Vögel und Igel schaffen.
- Gartentagebuch-Momente: Ehrlich, ungeschönt und direkt aus dem Beet.



Warum das perfekt zu Wanderfrei passt
Wanderfrei bleibt im Herzen ein Outdoor-Blog. Aber für mich gehören Wandern, Achtsamkeit und aktiver Naturschutz ab jetzt untrennbar zusammen. Das Basecamp im Garten ist die logische Verlängerung meiner Wanderungen: Hier hole ich mir die Wildnis in den Alltag, um die Zeit bis zur nächsten Fernwanderung nicht nur zu überbrücken, sondern sinnvoll zu nutzen – für mich, für dich und für die Artenvielfalt.
Das bedeutet aber nicht, dass mein Entdeckergeist am Gartenzaun aufhört! Das Basecamp ist mein Rückzugsort, aber die Inspiration hole ich mir nach wie vor draußen. Wenn du wissen willst, welche kleinen Naturwunder und Mikroabenteuer ich auf meinen täglichen Runden erlebe, dann schau unbedingt mal am Wegesrand vorbei!
Und jetzt du: Spürst du diesen Widerspruch manchmal auch? Dieses Bedürfnis, der Natur etwas für die schönen Momente auf dem Trail zurückzugeben? Wie sieht dein persönliches Basecamp aus – hast du vielleicht schon eine wilde Ecke im Garten oder auf dem Balkon? Lass es mich unbedingt in den Kommentaren wissen!
Ciao und bis bald
Eure Nancy von Wanderfrei
