Einen Naturgarten anlegen – Vom Kirschlorbeer zum Hummelparadies
Einen Naturgarten anlegen – Vom Kirschlorbeer zum Hummelparadies

Einen Naturgarten anlegen – Vom Kirschlorbeer zum Hummelparadies

Ich hatte das unsagbare Glück, auf einem großen Bauernhofgrundstück mit einer eigenen Obstwirtschaft aufzuwachsen. Wenn ich an diese Zeit zurückdenke, strömen sofort Bilder in meinen Kopf: das wilde Summen in den alten Apfelbäumen, das Rascheln im hohen Gras und mein eigener kleiner Kindergemüsegarten, in dem ich nach Herzenslust buddeln durfte. Dieses tiefe Gefühl von Freiheit und Lebendigkeit hat mich geprägt. (Wenn du mehr über die Person hinter diesem Blog erfahren willst, hüpf gerne rüber auf meine Über mich-Seite).Als ich dieses Paradies irgendwann verlassen musste, um in die weite Welt hinauszuziehen, blieb eine leise Sehnsucht zurück – und der feste Wunsch, irgendwann selbst einen lebendigen Naturgarten anlegen zu können.

Endgegner Kirschlorbeer: Platz schaffen für neues Leben

Heute bin ich in der glücklichen Lage, wieder einen eigenen Garten (mit)gestalten zu dürfen. Und versteh mich nicht falsch: Unser Garten war eigentlich schon immer ganz nett. Es gibt Ecken darin, die ich von Herzen liebe, schätze und die mir unglaublich viel Ruhe schenken.

Aber wie es bei einer Weiterentwicklung im Leben eben so ist: Man lernt dazu, verändert den Blickwinkel – und plötzlich sieht man Dinge, die man verbessern möchte. Für mich war klar: Ich möchte weg von der Monotonie und stattdessen einen echten, lebendigen Naturgarten anlegen.

Mein persönlicher Endgegner auf diesem Weg? Der Kirschlorbeer. Er stand da, groß, dicht, immergrün – und erschreckend leblos. Keine Biene verirrte sich dorthin, kein Vogel fand darin Nahrung. Was eigentlich eine schnelle Rodungs-Aktion werden sollte, entwickelte sich zu einem schweißtreibenden, wochenlangen Kraftakt. Die Wurzeln klammerten sich fest, als wollten sie sagen: „Du kriegst uns hier nicht weg!“ Doch dieser anstrengende Kampf war nötig, um im wahrsten Sinne des Wortes Platz für neues Leben zu schaffen.

Schatzsuche im eigenen Garten: Wenn Altbewährtes umziehen darf

Als die Fläche endlich frei war – ein kleines, nacktes Stück braune Erde –, fing der schönste Teil an. Bevor ich kopflos ins nächste Gartencenter rannte, bin ich mit ganz neuen Augen durch die bereits bestehenden, schönen Ecken unseres Gartens gewandert. Ich habe mich umgesehen: Wächst hier vielleicht schon etwas, das ich für mein neues Natur-Beet nutzen kann? Und tatsächlich! In einer etwas vernachlässigten Ecke entdeckte ich eine wunderschöne Katzenminze, die bereits von Hummeln umschwärmt wurde. Ein paar Meter weiter streckte ein robuster Storchschnabel seine violetten Blüten keck der Sonne entgegen. Diese treuen Begleiter durften als Erste auf die neue Fläche umziehen.

Der Einkauf & das gefühlte „Gartenbaustudium“

Und dann kam der Tag der Tage: der erste Einkauf im Gartencenter. Ich gebe es offen zu – ich hatte im Grunde überhaupt null Ahnung! Ich stand vor diesen endlosen Reihen von Töpfen und fühlte mich komplett erschlagen.

Was folgte, war kein gemütlicher, einfacher Shopping-Trip, sondern fühlte sich eher an wie ein kleines, schweißtreibendes Gartenbau-Studium. Ich hatte mich zwar im Vorfeld durch diverse Gartenratgeber gewühlt, Listen geschrieben und unzählige Kriterien abgeglichen – denn wenn man einen funktionierenden Naturgarten anlegen möchte, überlässt man besser nichts dem Zufall: Die Pflanzen sollten unbedingt heimisch und insektenfreundlich sein. Sie sollten möglichst lange blühen, damit die Hummeln das ganze Jahr etwas davon haben, und – ganz wichtig – sie mussten mehrjährig sein, damit man lange Freude an ihnen hat.

Aber Theorie und Praxis sind eben zwei verschiedene Dinge. Mit rauchendem Kopf und meinem mühsam recherchierten Spickzettel in der Hand stand ich nun da. Am Ende gab es durch den kleinen Chaoten in mir natürlich doch keinen starren, perfekten Gestaltungsplan. Ich habe mich einfach von meinem Gefühl leiten lassen – mein Ziel war es schließlich, einfach anzufangen und auszuprobieren! Aufgeregt wie ein Kind vor dem Geburtstag stand ich schließlich mit prall gefülltem Einkaufswagen an der Kasse.

Mein Naturgarten – Ein herrlich unperfektes Abenteuer

Denn genau das habe ich in dieser ersten Phase gelernt: Dieser Garten ist kein fertiges Endprodukt, das irgendwann „perfekt“ sein muss. Er ist eine Reise. Ein herrlich unperfektes Abenteuer, bei dem wir jeden Tag neu lernen, uns auf die Natur einzulassen, statt ständig gegen sie anzuarbeiten.

In meinem Kopf schwirren gerade tausende von Ideen, was man noch alles gestalten, pflanzen und ausprobieren könnte. Jede einzelne davon ist es wert, gedacht und ausprobiert zu werden. Ich freue mich riesig darauf, diese Reise ab jetzt mit dir zu teilen – um gemeinsam zu beobachten, was aus diesen Ideen wächst, wie gut die Projekte funktionieren und welche überraschenden Entdeckungen wir auf dem Weg machen.

Die Natur hat mir übrigens schon jetzt bewiesen, dass sie sich nicht an meine mühsam recherchierten Pläne hält: Wenn du wissen willst, warum an einem absolut unperfekten Standort plötzlich eine perfekte Sonnenblume wächst, dann sei gespannt auf meinen nächsten Beitrag!

Und jetzt du:

Wie sieht es bei dir aus? Gibt es eine bestimmte Pflanze oder einen Duft, der dich sofort in deine Kindheit zurückkatapultiert? Oder hast du auch so ein „Projekt“, an dem du dich im Garten so richtig abgearbeitet hast – oder vielleicht selbst schon so einen ungeplanten Überraschungsgast im Beet gehabt?

Lass uns im „Basecamp“ zusammen austauschen – ich freue mich riesig auf deine Geschichte in den Kommentaren!

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